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Slow Motion Modus, die Stimme in meinem Kopf und die Sache mit dem Karma   Ein verdammt ehrlicher Bericht einer Mutter - ohne Beschönigungen

Oh was hab ich mich erst vor kurzem gefreut - auf die kommenden Wochen absoluter Tiefenentspannung….ich hatte mir vorgenommen in den Slow-Motion-Modus zu schalten. Mit 3 Kinder. Das geht…….

 

Ich freute mich auf entspannte Nachmittage mit den Kindern auf nichts tun

(Du Könntest natürlich auch Fenster putzen oder Vorhänge waschen)

Slow Motion Modus. Ich war auf dem besten Wege mich zu entschleunigen. Ich merkte schon wie es langsam „wirkte“.

 

An einem sehr gemütlichen nachmittag machte ich mich – mit den zwei k

Kurzen-auf zu meinen Eltern.

Oma und Opa besuchen ist doch was Tolles.

Es war ein warmer Sommertag. Meine Mama hatte uns Eiskaffee gemacht und in der schattigen Ecke, unter dem Fliederbaum machten wir es uns gemütlich.

Die Kinder spielten im Schatten mit ihren Baggern und Schaufeln im Kies und hüpften ab und zu ins Planschbecken. Als mein Bub sich auf der Hollywoodschaukel vom toben ausruhen wollte, endete der SlowModus abrupt und kam (wie sich raussstellen sollte) leider auch nicht mehr so schnell zurück.

Wie es also dazu kam:

Er nahm Anlauf um sich auf die Hollywoodschaukel zu „schmeissen“ diese ging nach hinten. Er nicht. Und knallte mit dem Kopf auf das Pflaster unter ihm. Die neue Brille verbogen und er blutend und schreiend. Schnell schnappten wir uns das nächstmögliche saugende Teil (der Autoschwamm meines Papas) und pressten es fest darauf um danach gleich zum Arzt zu fahren.

Beim Arzt angekommen, mein schreiendes Kind in den Armen, kam folgendes Gespräch zustande:

 

„Ich habe hier einen kleinen Unfall, er ist von der Schaukel gefallen“

„Haben sie die Versicherungskarte dabei“ (WHAAT, klar an sowas denke ich zuerst wenn mein Kind rumschreit und blutet)

„Nein tut mir leid die habe ich nicht dabei ich bringe sie nach“

Stimme vom Kind „Mama wie spät ist es“

„Wie ist denn das ganze passiert?“

Dann erzähle ich die ganze Geschichte wie alles passierte und natürlich kommt dann die Frage aller Fragen:

„Waren sie dabei“?

Ja (ich saß quasi daneben und habe mir erlaubt einen Schluck Eiskaffee zu genehmigen, nachdem ich 20 mal die Schaukel angestubst habe und Kies in den Lkw-Kipper geschaufelt hatte, 10 mal die Kindergießkannen vollgemacht habe und 4 mal die Kinder nach dem Plantschen umgezogen habe, jaa ich bin eine Rabenmutter ich habe zugesehen wie er runtergefallen ist, aber jetzt versorgt mein Baby uns zwar sofort!!)

 

Das Ende vom Lied war er wurde ohne Karte behandelt und man ersparte ihm das Nähen da er sich sonst unnötig aufregen würde (ja würde er)

Er bekam ein Pflaster. Fragte noch gefühlte 30 mal nach der Uhrzeit (die ich ihm jedesmal aufs Neue natürlich sagte)

Der Schock war überwunden und mein Bub wirklich tapfer, ok die Brille kaputt aber schließlich war sie ja schon 3 Monate alt ;)

 

Zwei Tage später machten wir es uns wieder gemütlich. Diesmal Zuhause. Draußen. Mit Eis. Die zwei Kleinen und ich (die Große war noch in der Schule). Nach dem Eis musst meine kleine mal aufs WC - wo sie noch Hilfe benötigt um „draufzukommen“ (Nein Topf findet sie doof, sie will auch DA drauf). Im Nachhinein muss ich immer lachen wenn ich an die Geschichte denke (ich wurde auch schon zig mal gefragt wie es passiert ist.)

 

Wir also kurz rein und ich sage noch zu ihr „Warte die Mama hilft dir wieder runter“. Ja da war es schon geschehen und sie blieb mit ihren Zehen in ihrer Unterhose hängen und klatschte auf den Boden. Sie schrie vor Schmerzen und machte keinen Schritt mehr.(bitte Kind steh auf und lauf ein paar Zentimeter)

Ich versuchte sie zu führen. Nichts.

Ich lockte sie mit etwas (ich weiß das ist gemein aber in der Verzweiflung tut man als (Raben)mutter ALLES)

Da mir aber sowieso langweilig gewesen wäre, packte ich unsere 7 Sachen und fuhr mal wieder zum Arzt. Diesmal gleich in die Notaufnahme. Dort kennt man uns schon.

 

„Ah Hallo was kann ich für sie tun?“

„Meine kleine hat sich am Fuß verletzt“ (bitte frag nicht wie)

„Wie ist denn das passiert“ (Bingo)

„Sie war am Klo und blieb mit den Zehen an der Unterhose hängen“ (haha)

„Waren sie dabei“(Jackpot, na bravo)

„Ja ich stand daneben“

Betrendendes Schweigen

Nach nur 3,5 Stunden waren wir dann auch schon dran. Es kam nochmal die gleiche Leiher vom Arzt wie es passiert sei, und dann auch noch vom Assistenzarzt der ihr den Salbenverband anlegte. Bänderanriss. Schmerzsaft. Salbenverband. Schonen. Ja bei den ersten beiden Indikationen dachte ich noch, dass sie kein Problem sind (ich wurde nachts eines besseren belehrt). Aber schonen. Bei einer frisch 3jährigen, das Zentimeter am Anfang, nichts, man musste sie überall hintragen. Ich meine ich liebe Babies und ich bin im Moment wieder voll auf (ohhhhh schau Schatz süß ein Baby) aber bei einer 3jährigen die es anders kennt ist es zum wahnsinnig werden.

 

An dem Tag wurde sie allerdings schnell müde und als ich ihr dann den Schmerzsaft gegeben hatte und sie einschlief dachte ich noch „jetzt schläft sie erstmal und dann wird alles gut“. Ja falsch gedacht. Ich hab überhaupt nicht mitgedacht. Mein Hirn war für den Tag noch nicht mal mehr auf STANDBY. Erst als nachts dann ein Schrei aus dem Kinderzimmer kam und mein Mann sagte „oh nein ich glaube sie verträgt den schmerzsaft nicht“ kam es mir. Sch…in dem schmerzsaft ist zucker…oh nein…..ja wie sie dann aussah das erspare ich euch bzw. was es jedesmal für Auswirkungen hat wenn sie Zucker erwischt erfahrt ihr demnächst hier.

 

Nachdem ich dann morgens meinen Bub in den Kiga gebracht hatte war meine kleine Patientin dran. Erstmal nochmal umziehen und waschen. Sie schrie, sie hörte einfach nicht auf zu schreien. Ich musst wohl nochmal zum Arzt also habe ich ansässigen Arzt angerufen. Dort haben sie mir mitgeteilt das ich doch bitte wieder in die Notaufnahme sollte da diese schon „angefangen hätten mit der Therapie“.(ich wünschte ihr in diesem Moment Durchfall ohne Klopapier, sorry an der stelle an die Arzthelferin, aber es ist die Wahrheit und leider sollte sich herausstellen, dass sich Karma rächen wird) 40 Minuten Fahrt mit schreiendem Kind, Parkgarage, freier Parkplatz auf Parkdeck 6, läuft bei mir. An eine Hüfte geklemmt das schreiende Kind, um die Schulter eine Tasche mit Büchern, Trinkflasche und was Frau sonst noch so mit mitschleppt, gefühlte 30 Grad. (ich will duschen, ich will eiskalt duschen) Abgehetzt in der Notaufnahme um festzustellen. Oh nein das werden harte Stunden. Nach fast 4 Stunden waren wir dann schon dran und das nur um gesagt zu bekommen:

 

„Nehmen sie doch einen anderen Schmerzsaft“ (das hätte ich selbst gewusst.)

„Leider haben wir keinen im Haus OHNE Zucker. Würden sie mir bitte einen mitgeben oder verschreiben?“

„Nein das geht nicht, wir geben keine Medikamente aus“(Wo bin ich hier, Krankenhaus??)

„Gut dann bitte ein Rezept“ (nicht GUT aber ich mäßigte mich)

„Dafür müssten sie noch kurz zu ihrem Kinderarzt “(WHAT KURZ, nach fast 5 Stunden. Ich glaube ich flippe aus. Schnaps-wer bringt mir Schnaps)

„Könnten sie dem Kind vielleicht eine Schiene geben damit es etwas mobil ist, sie will ja nur getragen werden.“

„Nö machen wir nicht "(Vielen herzlichen Dank für ihr Verständnis)

„Im November bekam sie doch auch eine“(hatten wir auch einen  Bänderanriss am gleichen Bein)

„Jetzt machen wir das nicht mehr“ (ja ne is klar)

„Sie müssen sie jetzt halt tragen“ (tragen 15 Kilo, den ganzen Tag….oh nein. Ist es ok wenn ich schreibe ich hätte dem Arzt beinahe ins Gesicht gesch….. ja Karma, es wird kommen)

 

Ganz ehrlich, ich glaube, dass DIESER Arzt keine Kinder hat. Kein einziges. Und ich wünsche im 10 und ich wünsche ihm auch mal,dass er eine Frau wird die sich vornimmt sich zu entschleunigen….jawoll.(mein Kind bekam übrigens zuhause Zäpfchen gegen die Schmerzen, die sind ohne Zucker und wir hatten glücklicherweise noch welche im Haus)

Nach ein paar Tagen hatte sich aber alles wieder eingespielt. Leider kam dann das Karma zurück.

Während ich diesen Blogpost schreibe sitze ich hier, frisch aus dem Krankhenhause und entschleunige mich……

 

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