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Gedanken......Teil II

....der Hintergrund meines letzten Blogposts hat mich aufgewühlt.
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Vielen lieben Dank an euch die es gelesen und auch an alle die es geteilt haben, damit es wirklich so viele Mädchen da draußen lesen wie nur möglich. Auch über eure Nachrichten habe ich mich sehr gefreut!💚
Der aktuelle Stand: noch immer bekomme ich Nachrichten von jungen Mädchen (12-15 Jahre) die sich fragen WAS sie denn jetzt essen sollen und DÜRFEN um dünn zu bleiben. Und noch immer schockiert es mich.
Es macht mich wütend, traurig, fassungslos….es ist eine bunte Mischung und verursacht ein regelrechtes Gefühlschaos in mir.
Kann es denn wirklich sein, dass wir schon so weit sind, dass die jungen Mädchen da draußen, so von Idealen geblendet und von Medien verunsichert werden, dass sie kein eigenes Körpergefühl, keine Selbstliebe, keinen Genuss mehr verspüren??
Ich finde das zu tiefst traurig.
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Vor einigen Tagen gab es mein Leibgericht aus Kindertagen (Rohrnudeln mit viel Vanillesoße). Auch meine Kinder frage ich regelmäßig am Sonntag, was sie sich für die kommende Woche an Gerichten wünschen würden.
Ich möchte, dass sich Kinder an Leibgerichte wie Apfelstrudel, Spaghetti, Pfannkuchen, Kartoffelsuppe, an ihre liebsten Weihnachtsplätzchen, ihre liebst Süßigkeit erinnern …….dass sie es abspeichern und wenn sie selbst einmal Kinder haben oder einfach einen eigenen Haushalt, sie sich dann daran zurückerinnern können, an das schöne Gefühl, welches ein warmer Apfelstrudel bei der Oma immer ausgelöst hat oder den Grießbrei, den es immer freitags mit der ganzen Familie auf dem Sofa gab. An Katzenzungen die die Tante immer zum Geburtstag mitgebracht hat oder an den „Zauberapfel“ im Kindergarten,…..
Essen ist nicht nur Nahrungsaufnahme. Es sind Emotionen und es sollen doch positive und gute Emotionen sein, bei dem Gedanken an das Essen und beim anschließenden Genuss.
Ich habe das Gefühl, dass viele Mädchen die mir schreiben erst gar keinen Bezug mehr zum Essen haben. Auch keinen Spaß und keine Freude.
Sie machen sich Gedanken darüber, wieviele Kalorien ein Keks hat oder wieviele Schokolade für ein Kind normal ist. Was sie tun sollen damit sie nicht zunehmen und welche Lebensmittel sie genau deswegen essen sollen – damit sie nicht „dick“ werden.
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Während ich das schreibe beschleunigt sich schon wieder mein Puls und ich habe Tränen in den Augen, weil ich es einfach nicht verstehe….warum suggeriert man dies den Kindern?? Und wer? Die Medien? Die Gesellschaft??
Ist es denn jetzt so weit, dass sich unsere Mädchen schon im Kindergarten beim Spielen im Spiegel vergleichen, wer die dünnste ist?? Dass sie Diät spielen??
Das ist doch nicht normal ……
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Kennt ihr das Gefühl, wenn man etwas weiß, hat man das Gefühl etwas ändern zu wollen, zu müssen.
Es ist wie wenn dein eigenes Kind blutet und du wegschaust. Wie, als wenn du bei einem Unfall einfach vorbeifahren würdest und NICHTS tust; nicht anhältst.
Dieses Gefühl ist im Moment in mir.
Bis vor kurzem habe ich immer wieder einmal so komische Geschichten gehört, erzählt bekommen.
Es war noch „weiter weg“. Aber nun ist es real. Greifbar. Direkt.
Seit Tagen überlege ich, wie ich DIESEN Mädchen da draußen helfen kann. Was ich dazu beitragen könnte, damit im Umfeld unserer Kinder Ernährung und Körperbewusstsein mehr und anders thematisiert wird und das nicht nur im Sinne von „Wir lernen in der 4. Klasse welches Essen gesund ist“ und im Kindergarten was in die Brotzeitbox darf. Ich überlege welchen Beitrag ich dazu leisten könnte………

(PS ich möchte damit allerdings in keinster Weise den Eindruck erwecken, dass ich die Arbeit von Lehrern, Pädagogen, KIndererzieherinnen und Tagesmüttern zu diesem Thema nicht schätze!!!!)

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